POLITISCHE UND BEZIEHUNGSORIENTIERTE BILDUNGSARBEIT FÜR GESELLSCHAFTLICHEN WANDEL

Ausbildung zum*r Trainer*in für konstruktive Konfliktbearbeitung und transkulturelles Lernen

November 2026 – September 2028

Politische und beziehungsorientierte Bildungsarbeit für gesellschaftlichen Wandel

Politisch – Demokratie braucht den Konflikt

„Demokratie braucht den Konflikt, nicht den Kompromiss um jeden Preis.“ (Ernst Bloch)

Wir verstehen Politik als einen Raum, in dem Menschen in ihrer Verschiedenheit handelnd miteinander in Beziehung treten und gemeinsam ihre Welt gestalten. Für uns ist Politik kein Herrschaftsverhältnis und keine von oben nach unten gerichtete Gewaltausübung. Politisches Handeln ist nach ATCC machtvoll: Es ist verbunden mit Verantwortung, die wir übernehmen, mit Vertrauen, das wir aufbauen, und mit Dialogen, die immer wieder dazu beitragen, Konflikte zu bearbeiten.

Ein erster Schritt zu gesellschaftlicher Entwicklung ist die Anerkennung der Komplexität der Probleme. Nicht Vereinfachungen – also extreme Positionen – bringen die Menschheit voran, sondern gewaltfreie Formen politischer Auseinandersetzung und Lernfelder konstruktiver Konfliktbearbeitung, die nicht auf schnelle und einfache „Lösungen“ setzen.

Beziehungsorientiert – allein wird sich nichts ändern

„Die Welt liegt zwischen den Menschen.“ (Hannah Arendt)

Wir gehen davon aus, dass wir Menschen Beziehungswesen sind. Wir brauchen einander. In unseren derzeitigen Herrschafts- und Nutzungsverhältnissen ist jedoch die Entfremdung angelegt. Sie zu überwinden bedeutet, sich mit sich selbst und mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen und zu verbinden. Es geht darum, Themen, die uns alle beschäftigen – etwa Umweltzerstörung, Militarisierung und Ungerechtigkeit – in Beziehung zu uns selbst zu bringen. Trainingsarbeit in unserem Sinne ist damit ein Prozess vom Ich zum Du, vom Wir zur Welt. Dadurch werden Methoden zu einem lebendigen Lernfeld unserer Bezogenheit und Beziehungsfähigkeit.

Bildung – zur Entfaltung und Gesellschaftsgestaltung

„Bildung ist niemals neutral. Sie ist immer politisch.“ (Paolo Freire)

Bildung ist für uns ein Prozess der Bewusstwerdung und Befreiung. Menschen werden darin bestärkt, ihre Realität und die Strukturen, in denen sie leben, aktiv zu gestalten und zu verändern. Dafür arbeiten wir mit dem kreativen Schatz, den wir uns in Jahrzehnten der Bildungsarbeit angeeignet und den wir weiterentwickelt haben. Dazu gehören u.a. Theater, Rollenspiel, Poesie, biografisches Arbeiten, gestalterischer Ausdruck, Spiele und selbst entwickelte Übungen, in denen Grundthemen erkannt und vertieft werden können. Trainer*innen sind in diesem Prozess zugleich Lehrende und Lernende.

Die Ausbildung

Diese berufsbegleitende Ausbildung, befähigt die Teilnehmenden Workshops, Seminare und Grundkurse zur ATCC-Konfliktbearbeitung, transkulturellem Lernen und gesellschaftlichem Wandel durchzuführen. Es ist vor allem eine pädagogische Ausbildung. Diese Ausbildung ist gut geeignet für Menschen, die Freude daran haben in einen gemeinsamen, dialogischen Lernprozess zu gehen und als Person mit ihren Kompetenzen sichtbar sein wollen.

Anwendungsbeispiele können danach sein

  • als Schulsozialarbeiter*in mit Kindern und Jugendlichen ihre Themen kreativ aufarbeiten.
  • Seminare zur Konfliktbearbeitung entwickeln und interessant gestalten
  • im Zivilen Friedensdienst unterwegs sein.
  • Gewaltpräventionsprogramme entwickeln und durchführen
  • Antirassismus- und Diversitätstrainings konstruktiv und ohne Beschämung gestalten.
  • Lehrveranstaltungen lebendig gestalten
  • politische Aktionen vorbereiten und langfristig gestalten.

Der A.T.C.C.-Ansatz stützt sich auf mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Konfliktbearbeitung und dem trans- kulturellem Lernen. Wir arbeiten beziehungsorientiert und kreativ. Wir sind Lehrende und Lernende und entwickeln uns mit jedem Training weiter. In diesem Podcast zur Ausbildung erfährst du noch mehr zu den Inhalten.

Hier kannst du den Flyer zur Ausbildung runterladen.

Karl-Heinz Bittel-Weiler
Ich bin Diplom-Sozialpädagoge, Berater, Trainer, Coach, Supervisor (EASC) und freiberuflich tätig. Seit 1978 arbeite ich in unterschiedlichen Feldern der Konfliktbearbeitung und des transkulturellen Lernens. Den A.T.C.C.-Ansatz habe ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis heraus entwickelt. Die erste Trainer*innenausbildung mit diesem Ansatz begann 1995. Seitdem hat sich die Struktur der Ausbildung immer wieder an die Bedarfe angepasst, die Menschen in ihrer Arbeit haben. Ich freue mich über diese kontinuierliche Entwicklung. Mehr unter https://fit-for-conflict.de/

Karen Johne
Ich bin Politologin, Trainerin, Coach/Supervisorin (DGSv) und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Seit 2005 arbeite ich freiberuflich mit Nichtregierungsorganisationen und sozialen Bewegungen im In- und Ausland. Der A.T.C.C.-Ansatz bildet dabei für mich die Grundlage, um in den verschiedensten Konfliktlagen leidenschaftlich und professionell zu arbeiten. Mehr unter https://www.karenjohne.de

Unsere Methoden stützen sich auf folgende Quellen: Transaktionsanalyse, Gestaltpsychologie, systemischer Ansatz, Group Relation, soziale Bewegungsforschung, Tiefenökologie, Bodynamic, Friedens- und Konfliktforschung und viele Erfahrungen aus über vier Jahrzehnten Trainingsarbeit.

Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert aufgebaut. Die Teilnehmenden erhalten praktische Anleitung und Materialien für drei grundlegende Seminare oder Kurse zu personalen, strukturellen und kulturellen Konfliktthemen. Diese Seminare sollen während der Ausbildungszeit durchgeführt werden. Die Ausbilder*innen unterstützen und begleiten die Teilnehmer*innen dabei, diese Seminare an ihren jeweiligen Kontext anzupassen. Auch darüber hinaus sind die einzelnen Ausbildungseinheiten so aufgebaut, dass zur jeweiligen Theorie immer Methoden an die Hand gegeben werden, um eine zügige Anwendung in der Praxis zu unterstützen, die dann wiederum in der begleitenden Online-Supervision und Intervision einen Raum der Reflexion bekommen kann.

11.-14.11.2026 (Berlin): Einführung, Kennenlernen, Grundlagen ATCC: die personale Ebene von Konflikten.
27.-30.01.2027 (Nürnberg): Strukturelle Themen in einem Seminar: Raum, Zeit, Zugehörigkeit, Macht, Güter und Rollen
03.-06.03.2027 (Berlin): Transkultureller Umgang mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten
27.5-31.05.2027 (Niederkaufungen): Arbeiten mit Gruppenprozessen und -dynamiken
23.-26.6.2027 (Berlin): Werte in der Bildungsarbeit – Wie mit Dilemmata umgehen?
06.-09.10.2027 (Nürnberg): Bildungsarbeit im öffentlichen Raum: Aktionstrainings, unsichtbares Theater, usw.
26.-29.01.2028 (Berlin): Beziehungen, Liebe und Sexualität als Bildungsthema
09.-13.05.2028 (Niederkaufungen): Macht und Leitung, Arbeiten an Gruppenprozessen und Umgang mit Dynamiken von Gruppen
28.6.-01.07.2028 (Nürnberg): Team-Bildung – Trainingselemente
27.-30.09.2028 (Niederkaufungen): Themen am Ende von Prozessen, biographisches Arbeiten, Abschluss

Ort: Drei Seminare finden im Tagungshaus der Kommune Niederkaufungen in der Nähe von Kassel statt. Die anderen Seminare finden im Wechsel in Berlin oder Nürnberg statt. Die Gruppenseminare werden gemeinsam mit Teilnehmer*innen aus unseren anderen Ausbildungsgruppen durchgeführt.

Zeiten:  Die Seminare beginnen am Mittwoch um 18:00 Uhr und enden am Samstag um 16:30 Uhr. Die Gruppenprozessseminare beginnen am Dienstag um 18:00 Uhr und enden am Samstag um 12:00 Uhr.

Orientierungsabende und -seminare findest du hier und unter https://fit-for-conflict.de/ 

Die Ausbildung kostet 5.400€ (für Menschen mit geringem Einkommen) und 6.900€ (für Menschen mit einem
regulären Einkommen, d.h. sie können die Ausbildung steuerlich absetzen).

Hinzu kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung für die 4 Seminare in Niederkaufungen (2 x 170€, 2 x je Gruppenseminar 220€). Übernachtung ist in Mehrbettzimmern. Die Verpflegung besteht aus Vollwertkost. Bei den anderen 6 Seminaren sorgt jede*r für sich.

Bitte scheue dich nicht, mit uns über Geld zu reden. Am fehlenden Geld soll die Ausbildung nicht scheitern. Es gibt auch Möglichkeiten über regionale Bildungsprämien oder einen Zuschuss zu erhalten. Zahlbar auch in Raten. Eine Übersicht an Möglichkeiten zur Finanzierung findest du in den FAQs.
Wir bieten einen Soli-Platz für Menschen mit Fluchtgeschichte an, d.h. für sie oder ihn kann der Ausbildungsbetrag unter bestimmten Bedingungen erlassen werden. Melde dich dazu direkt an bittl@fbf-nuernberg.de

Bitte tritt vorher mit uns in Kontakt, damit wir gemeinsam über die Ausbildung sprechen können. Es gibt auch verschiedene Seminar-Angebote, die ein besseres Verständnis des ATCC-Ansatzes ermöglichen.

Verbindlich angemeldet ist, wer den Anmeldebogen ausgefüllt an die angegebene Adresse geschickt und eine Anzahlung von 350 € auf das Konto des FBF überwiesen hat.

»Die Ausbildung hat mich immer wieder ver(un)sichert und dabei stetig wachsen lassen. Die Verbindungen, die dabei entstanden, sind unersetzlich.«

Elisabeth Brokow-Loga